Die Triple
P-Beratung "Erste Hilfe für Eltern",
ist Bestandteil eines 5-Ebenen-Systems
von Familieninterventionen für Eltern mit Kindern
im Alter bis zwölf Jahren, die eine Neigung zur
Entwicklung von Verhaltens- und emotionalen
Problemen zeigen. Das Programm ist präventiv
ausgerichtet und soll vor allem eine positive,
liebevolle Beziehung zwischen Eltern und Kindern fördern.
Alle Interventionsebenen haben das Ziel, die Kompetenz der Eltern
im Erziehungsverhalten und im Umgang mit dem Verhalten ihres Kindes
zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, werden:
Die Kompetenz
und die Bewältigungsstrategien der Eltern im Umgang mit Verhaltensproblemen
und Entwicklungsfragen erhöht.
Ungünstige
Erziehungspraktiken durch angemessene und effektive Strategien
ersetzt.
Die Kommunikationsfähigkeiten
der Eltern und der Austausch über Erziehungsfragen verbessert.
Mit der
Kindererziehung verbundene Stressfaktoren reduziert.
Die "Erste
Hilfe für Eltern" umfasst vier Sitzungen. Das Programm beinhaltet
eine kurze Elternberatung mit dem Fokus auf spezifische Erziehungsschwierigkeiten
und kann aktives Training von Erziehungsstrategien beinhalten. Es
erleichtert den Eltern das Erlernen von neuem Wissen und Fertigkeiten,
ermöglicht ihnen, ihre Fortschritte zu überprüfen und sich bewusst
Veränderungsziele zu setzen. Die Eltern werden während des gesamten
Programms aktiv mit einbezogen und erledigen zwischen den Sitzungen
Hausaufgaben, die die Lerneffekte aus den Beratungssitzungen festigen.
Das Triple P-Programm basiert auf klinischen Forschungsprojekten
an der Universität von Queensland in Australien (Sanders & Dadds,
1993; Sanders, 1996). In enger Zusammenarbeit mit Familien wurden
am dortigen Forschungszentrum Ideen entwickelt, die beim Umgang
mit häufigen kindlichen Verhaltensauffälligkeiten, wie z.B. Schlaf-
oder Essprobleme, Gequengel, Ungehorsam, Wutanfälle oder Aggressionen
und anderen täglich erlebten Schwierigkeiten, Hilfestellung bieten
können.
Die Ergebnisse dieser Forschungsprojekte haben gezeigt, dass die
im Triple P-Projekt entwickelten Strategien zur Positiven Erziehung
eine effektive Methode darstellen, um kindliches Problemverhalten
in den verschiedensten Populationen zu reduzieren. Viele der dargestellten
Ideen und Prinzipien der positiven Erziehung sind das Ergebnis von
Erfahrungen und Rückmeldungen der zahlreichen Eltern und Kindern,
die an der Forschung und den Therapieprogrammen beteiligt waren.
Ihnen ist das Triple P gewidmet.